So, vorheriger Beitrag:
Ah, mein Element...

In ENT wollte man ja nach dem von den Suliban iniitierten Zwischenfall, bei der eine Bergbaukolonie mit 5000 Aliens ausgelöscht wurde, die Enterprise zurückrufen und alles canceln - sowohl die Vulkanier als auch die eigene Flottenführung!
In ENT ist die Bevölkerung eher in Sorge und wohl auch zu Unruhen bereit - siehe die Paranoia nach dem Xindi-Angriff auf die Erde, die xenophobischen Maßnahmen der Gruppe Terra Prime und die Sorge um Konflikte mit den Klingonen, etc.
Auch wenn ENT teilweise Funken schlägt und sich mit dem bis dato gültigen Kanon teilweise kräftig reibt, so wäre für diese Epoche so was denkbar. Aber da wären wir zudem ja noch in einer PRÄ-Föderationszeit...!!!
TOS:
Also, am schwierigsten ist die Lage für TOS. Da herrschte je nach Lizenznehmer/Publisher der Handbücher jeweils eine eigene Meinung und da ist nicht wirklich ein klares Bild vom Kanon erkennbar, bis auf: Verteidigung und Rückeroberung eroberter Planeten war eigentlich immer gut möglich, lediglich beim (auch kurzzeitigen) Verlust von Kolonien und Flotten gab es wohl teilweise Unruhen, Panik, etc., aber alles innerhalb eines gewissen Rahmens und ohne Abspaltungen, etc.
Aber da ist die lage wie gesagt verworren und uneinheitlich.
Wenn man sich die TOS-TV-Serie anschaut: die war meist so Enterprise-zentriert, dass solche Belange selten angesprochen waren. Die Föderation handelte da auch fast ausschließlich defensiv und da gab es kaum Verweise auf Moralverluste/Unruhen in der Föderation - allerdings gabs in TOS ja auch keine richtigen Kriege, in den die Föderation über mehrere Episoden kämpfen und Invasionen durchführen musste.
Das blieb auf vage Andeutungen und gerade abgewendete Krisen beschränkt.
Grundsätzlich bleibt aber der Eindruck, dass die TOS-Epoche eher noch den "Pioniergeist" mit entsprechenden Eigenschaften wie Durchhaltevermögen, Opferbereitschaft, etc. verkörpern sollte.
TNG:
TNG wirkte aufgeklärter, friedlicher und humanistischer gesinnt, als TOS. Diplomatie und Diskurs wurden dem Konflikt vorgezogen.
Klar leistete die Föderation Widerstand gegen die Angriffe der Borg und griff in den Klingonischen Bürgerkrieg ein. Aber das blieb auf Raumgefechte begrenzt. Bei der Borg-Gefahr kam es teilweise auch auf der Erde zu Paniken und Unruhen wie in einer späteren Episode angesprochen wurde, aber mehr erfährt man nicht. Die Moral in der Starfleet soll aber angesichts der Verluste bei Wolf 359 gelitten haben.
Was wir allerdings in TNG Neues haben (und sich in DS9 fortsetzt), ist das Problem mit der DMZ zwischen Cardassia und der Föderation, wo sich ttasächlich Föderatiosnbürger von der Föderation abspalten und einen Guerillakrieg gegen die Cardassianer führen und ggf. auch Föd-Schiffe angreifen. Der Marquis wäre demnach ein solches Beispiel für BotE, wo Unzufriedenheit/Furcht zu einem Bruch mit der Föd führen.
DS9
So, jetzt sind wir am eigentlichen Hotspot.
Einerseits haben wir hier die zuvor bei TNG aufgegriffene Maquis-Problematik weiter ausgebaut. Andererseits greift hier dann noch der Dominion-Krieg, der für die Beantwortung unserer Frage wohl am Besten geeignet ist.
Zwar erfährt man nichts von Systemabspaltungen, aber man hört bzw. sieht folgende relevante Aspekte:
a) mehrere nicht mit der Föderation assoziierte, aber doch neutral oder freundschaftlich verbundene Mächte (hier: Minors oder Medium Races) wie die Tholianer (sowie die Romulaner) zeichnen Verträge mit dem Dominion und kehren der Föderation den Rücken. Das wäre bei uns jetzt für die noch ungebundenen oder nur halbwegs assoziierten Minors interessant.
b) es gibt beträchtliche Unruhe in der Föderation und es kommt zu Krisen wie etwa Admiral Leytons Militärputschversuch auf der Erde als Reaktion auf die Infiltration durch Gründer. Dabei schießen Sternenflottenschiffe aufeinander und es existieren Verschwörungen und Furcht innerhalb der Bevölkerung der Flotte.
Da hätte nicht viel gefehlt und wahrscheinlich wäre es zu Abspaltungen, Bürgerkrieg, etc. gekommen.
c) erstmals erleben wir in DS9 während des Dominionkrieges halbwegs richtige Bodenkämpfe, wenn auch nichts so Sepktakuläres wie in StarWars oder einer Weltkriegsdarstellung. Dabei sind Moral und Widerstandskräfte stark angeschlagen, die Kampfbereitschaft (u.a. "Belagerung von AR irgendwas") gesunken. Alelrdings gibt es so gut wie keine Hinweise auf föderationsweite Krisen und Unruhen, Abspaltungen gab es keine.
"Richtige" Invasionen von Feindplaneten wie Chin'toka und Cardassia werden ohne negative Reaktionen, aber auch ohne Kriegsbegeisterung und Jubel dargestellt, eher als strategisches Muss.Grundsätzlich hat die Föderation in diesem Krieg aber lange damit gezögert, den Krieg ins Cardassianer/Dominion-Gebiet zu tragen und dort v.a. planetare Invasionen durchzuführen. Eben aus bekannten ideologischen und moralischen Gründen. Nur hatte sie keine andere Wahl und führte diesen Krieg zum Ende, obwohl zwischenzeitlich Moral und Logistik schwer litten.
Ich erinnere da auch an Siskos tägliches/wöchentliches (?) Ritual der Bekanntgabe der neuesten Föd-Verluste, an die frustrierten Aussagen der Defiant-Offiziere, etc. Die Moral der FÖd im Dominionkrieg HAT schwer gelitten - sowohl wegen der Art des Krieges als auch wegen der langen Anfangsperiode der Niederlagen. Erfolgreiche Gegenstöße wie die Rückeroberung der Station sollen aber eine Aufbesserung gebracht haben.
Dass die Föderation viel von ihrem früheren "Biss" verloren hat, zeigt die DS9-Folge mit Dax und Worf auf Risa, als Worf der Gruppe der Existentialisten hilft, allen vor Augen zu führen, wie abhängig, dekadent (?) und bequem der durchschnittliche Föd-Bürger geworden sei. Da ist es dann nicht mehr weit bis zu Moralverlusten durch Panik, etc. statt Kampfbereitschaft und Widerstandswillen.
VOY
Ist hierfür nicht relevant, da fast ausschließlich Schiffs-zentriert im Delta-Quadranten.
Fazit: TOS, ENT und VOY sind für die Beantwortung der Frage eher ungeeignet, äwhrend TNG einige Ansätze liefert und DS9 für uns wohl am ergiebigsten ist.
Die Moralauswirkungen erreichten zwar außer beim Maquis-Problem (und vllt. die Sache mit Leyton) nie das Maß der Abspaltung und Rebellion wie derzeit in BotE, aber es gab solche Ansätze und es war mehr TV-Serientechnisch und Script-mäßig bequemer, jedoch keineswegs zwingend das am Schluss "alles gut ausging"...
Ich sehe demnach tatsächlich eine Berechtigung für das starke Moral-Problem der Konföderation in BotE, wenn es vllt. auch nicht so stark für die Rückeroberung oder Verteidigung eigener Planeten gelten sollte wie für die Eroberung fremder...
Orbitalangriffe gab es bei der Föderation im Dominionkrieg zwar, aber die hat - soweit bekannt - nie ein Föderationsschiff durchgeführt, sondern entweder der Feind oder die Alliierten..
Babylon 5 war da zum Vergleich weitaus realistischer und bereit, die Schritte der Rebellion zu gehen... [Anmerkung am Rande]